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1912 – 1916 Erste Anerkennung
1912 gestaltet Taut
mehrere Siedlungen in Magdeburg farbig. Dies löste eine Welle der
Auseinandersetzung über die Farbe in der Architektur aus. In den
Vorkriegsjahren geriet Taut immer mehr in den Bann der antibürgerlichen
und antitraditionellen Bewegungen. In der Architektur ging er neuen Ideen
nach und verwirklichte diese zuerst an Ausstellungsgebäuden, z.B. am
Pavillon der Stahlindustrie in Leipzig.Er wurde Mitglied des
"Deutschen Werkbundes" und hatte Kontakte zu bedeutenden
Künstlern und Architekten, z.B. Adolf Behme, Walter Gropius, Paul
Scheerbart, sie alle trafen sich in der Galerie "Der
Sturm".Ausstellungen, die hier stattfanden, beeinflussten seine
Vorstellung über künftige Architektur nachhaltig. Er wandte sich dem
Wohnungsbau für den werktätigen Menschen zu.
1914 schuf er den
Pavillon der Glasindustrie für die Werkbundausstellung in Köln.Taut war
überzeugter Atheist. Durch Täuschungsmanöver gelang es ihm , dem
Militärdienst zu entgehen. Er war nie Soldat.
1917 – 1920 Die
Jahre der Revolution
Taut wollte dem gewaltigen Einsatz der Technik auf den Schlachtfeldern ein
Friedensziel entgegensetzen. Er verfasste Skizzen für riesige
Friedensmäler. Zum Beispiel schlug er vor, die Bergspitzen und Schluchten
der Alpen vom Monte Rosa bis zum Laguner See mit riesigen Konstruktionen
aus Stahl, Beton und farbigem Glas zu überbauen.
In seinen vielfältigen Schriften beschwor er die Leser:"Seid
friedfertig! Ihr könnt alle gut leben, gut gebildet sein und Frieden
haben."
Nach Kriegsende und der gescheiterten Novemberrevolution wurde er Mitglied
der Novembergruppe, die sich jedoch als wenig arbeitsfähig erwies. Er war
Mitbegründer des " Arbeitsrates für Kunst und Wortführer im Kampf
gegen das kapitalistische Denken in der architekturorganisation. Das Band
zur Arbeiterklasse wurde immer enger. Er veranlasste seine engsten
Gesinnungsfreunde zu einem internen schöpferischen Briefwechsel, der als
"gläserne Kette" bekannt wurde.
1921 – 1924 Als
Stadtrat in Magdeburg
1921 wurde Taut in das Amt des Stadtbaurats in Magdeburg berufen. Nach
Jahren des Theoretisierens und der Aufrufe begann nun eine äußerst
praktische Tätigkeit.Mit Hilfe von Farbe gelang es ihm, der Stadt ein
lebensfrohes Aussehen zu geben. Der Strom der neugierigen Besucher riss
nicht ab. Aber nur eine große Stahlbetonhalle konnte er wirklich bauen.
1924 – 1931 Die Herausbildung der neuen Form auf der Höhe seines
Schaffens
1924 kehrte er abermals nach Berlin zurück. Innerhalb von sieben Jahren
konnte er hier mehr als 10000 Wohnungen bauen. Grundrisse wurden typisiert
und weitestgehend genormte Bauteile benutzt. Er wurde einer der Pioniere
des modernen Kleinwohnungsbaus, der 1923 als "Zweckbau"charakterisiert
und allgemein als "Neues Bauen" bezeichnet wurde. In die
Geschichte ging sein moderner Kleinwohnungsbau schließlich als
"Funktionalismus" ein. Er schuf die stark farbigen Berliner
Wohnanlagen, die ihn in aller Welt berühmt machten: die
Großstadtsiedlung Britz, dann die Waldsiedlung Zehlendorf, später die
sogenannte Wohnstadt im Bezirk Prenzlauer Berg.
In diesen Jahren, die der Höhepunkt seines Schaffens waren, fühlte er
sich vom Geist und der Kraft der Arbeiterbewegung getragen.
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